News Schweizerischer Werkbund
Werkbrief 5/2011
Im «WerkBrief» 5/11 berichten Jasmine Wohlwend und Thomas Gnägi vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern über ihre Forschungsarbeit zum Buchprojekt «100 Jahre Werkbund», beantwortet Neu-Mitglied Philippe Weissbrodt 7 Fragen zu seiner Tätigkeit und Motivation, gratulieren wir Robert Albertin zum Solarpreis 2011 und begrüssen wir Monika Imboden als neue Geschäftsführerin des SWB.
Neue Geschäftsführerin des SWB
Der Schweizerische Werkbund SWB hat seine Geschäftsstelle reorganisiert und übergibt die Geschäftsführung am 1. November 2011 Dr. Monika Imboden. Bernd Zocher, bisheriger Stelleninhaber, wird als Geschäftsführer der Stiftung Sciaredo weiterhin für den SWB tätig sein. Der Zentralvorstand dankt ihm für sein grosses Engagement während der letzten drei Jahre und freut sich darüber, die Geschäftsführung der SWB-nahen Stiftung Sciaredo bei ihm in guten Händen zu wissen.
Monika Imboden, geb. 1968, ist ausgebildete Historikerin. Während ihrer Studienzeit erarbeitete sie zusammen mit einer Gruppe von Studentinnen Frauenstadtrundgänge in Zug. An der Universität Zürich setzte sie sich danach als wissenschaftliche Assistentin von Prof. Bruno Fritzsche und Prof. Philipp Sarasin mit Raumtheorien, mit der Sozialgeschichte des Wohnens und mit stadtgeschichtlichen Themen auseinander und verfasste ihre Dissertation. Mit Fragen der Gestaltung und Vermittlung befasste sie sich im Johann Jacobs Museum zur Kulturgeschichte des Kaffees, wo sie von 2005 bis 2010 als Kuratorin für die Konzeption und Realisierung von Ausstellungen und Veranstaltungen, für die Sammlung sowie für die Führung des Museumsbetriebs verantwortlich war. Daneben publizierte sie zu verschiedenen sozial-, medizin- und wirtschaftsgeschichtlichen Themen.
Wir gratulieren Monika Imboden herzlich zur Wahl und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr.
Schweizerischer Werkbund SWB
Zentralvorstand
Photo numérique
Discussion autour du thème de la photo numérique
S. Susstrunk :
"Photographie automatisée ou computationnelle"
Depuis l'invention du premier appareil de photographie numérique (par S. Sasson, Kodak, en 1975), chercheurs et ingénieurs ont tenté de rendre la technologie digitale équivalente, voire meilleure que la photographie argentique. Ce n'est que ces dernières années qu'a été exploitée la nature fondamentalement différente de la "photographie numérique" - à savoir sa représentation en chiffres lors du processus de traitement - pour créer de nouveaux dispositifs avec des possibilités qui n'existent pas dans la pellicule. Je présenterai certains des derniers développements en la matière et parlerai de l'impact que cela a sur la photographie.
R. Ireland
"J'y crois pas mes yeux"
Si à l’heure actuelle, des recherches scientifiques essaient d’optimiser l’image photographique et ses données, l’art, quant à lui, ne cesse de s’interroger sur son champ, ses limites et ses fonctionnements.
Pour reprendre l’interrogation de J-L. Godard sur l’image : « Comment ça va ? » Comment une image fonctionne-t-elle ? jusqu’où voit-on quelque chose ? quel est le phénomène qui nous pousse à croire voir et à vouloir reconnaître ?
En effet, l’image est avant tout une somme de signes suffisants pour qu’elle se constitue. Et la machine de l’œil est un outil de réception d’informations qui seront cognitivement filtrées et mentalement transformées dans le sens du vraisemblable.
Datum: 28. September 2011 - 18:30 - 27. Oktober 2011 - 18:30 Veranstalter:
SWB Romandie
Ort:Lausanne, site de l’EPFL, bâtiment BC, salle BC329, 3ème étage
Paysage images d'entreville
“Les enjeux de la construction d’un paysage sont esthétiques, éthiques et politiques. Le paysage se construit collectivement, par des ruses, des tactiques et des guerres idéologiques incessantes, mais se perçoit individuellement. Certains paysages apparaissent dans des contrées plus lâches, moins soumises aux lois qui régissent la vision. Le travail de l’art réside souvent dans la fêlure d’image toute faite. Le paysage des artistes-photographes appelle une conscience perceptive qui est bien une implication sensible du corps posté là, au devant de l’image.”
une conférence de Lilian Schiavi illustrée par des images de Joël Tettamanti
Datum: 27. Oktober 2011 - 18:30 Veranstalter:
SWB Romandie
Ort:Lausanne, Musée de l'Elysée, salle Lumière, entrée libre
Adresse:Avenue de l’Elysée 18, 1014 lausanne
ECHO-Treffpunkt @ Strauss Elektroakustik, Bern
Im ersten Teil der Veranstaltung wird die musikalische und literarische Echopoetik der barocken Zeit an Hand der ersten vollständig erhaltenen deutschsprachigen Oper «Seelewig» (Libretto: Georg P. Harsdörffer; Komposition: Sigmund T. Staden; 1644) vorgestellt und in Zusammenhang mit der damals entstehenden geometrischen Akustik (Echometria / Sonimetria) gebracht.
Im zweiten Teil wenden wir uns den Symphonien Joseph Haydns zu, in dessen Bibliotheksinventar die «Phonurgia Nova» (1673) von Athanasius Kircher ausgewiesen ist – ein Schlüsselwerk der barocken Echopoetik. Neben einführenden Bemerkungen werden auf den SE MASTERING STUDIO MONITOREN Hörbeispiele präsentiert. Anschliessend Apéro im Studio.
«Lasset uns auch mit spatzieren!» Seelewig, 1. Akt
Ihr Spaziergang und Ihre Anreise mit öffentlichem Verkehr: Buslinie 11 bis Endstation Güterbahnhof . Zu Fuss der Bahnstrasse entlang zur Güterstrasse.
Datum: 21. Oktober 2011 - 17:00 Veranstalter:SWB Ortsgruppe Bern
Ort:Bern
Adresse:Güterstraße 8
Proportionen in Architektur und Musik
Das SWB-Jahresthema «Echo» bietet Anlass, die Verbindungen zwischen den Bereichen Architektur und Musik zu ergründen, mit
- einem Vortrag von Peter Bienz, Musik- und Kunsthistoriker
- Klang, Hall und Echo der Orgel in der Kirche Enge
- einem Vortrag von Jürgen Strauss, Physiklaborant/Strauss Elektoakustik
Ausführliche Informationen finden Sie im pdf
Anmeldungen bis Montag, 26. September 2011 erwünscht an: swb-zh(at)werkbund.ch
Datum: 6. Oktober 2011 - 18:00 Veranstalter:
SWB Ortsgruppe Zürich
Ort:Zürich
Adresse:Kirchgemeindehaus Enge, Bederstrasse 25
WerkBrief 2011-IV
Im neusten «WerkBrief» finden Sie folgende Beiträge:
- Deutscher Werkbundtag 2011: «leben//gestalten»
- Werkbund erAhnen (2): Zu Besuch bei Werner Blaser Blaser oder die Suche nach Erkenntnis
- Ein Denk- (und Handlungs-)Anstoss der Groupe Romandie: Normen und Kreativität!
- 28. Oktober 2011: Schule für Gestaltung Basel: Fokus Farbe
- Für Sie gelesen – Buchtipps für den Leseherbst
Mit diesem «WerkBrief» verabschiedet sich Bernd Zocher als Geschäftsführer vom SWB. Er wird sich ab 1. Oktober 2011 wieder auf seine Aufgabe als Verleger konzentrieren, dem SWB jedoch als Geschäftsführer der Stiftung Sciaredo erhalten bleiben. Wir danken ihm herzlich für sein Engagement während der letzten drei Jahre.
Normen und Kreativität!
Als Resultat eines Podiumsgesprächs schlagen wir vor, sich intensiver mit dem Widerspruch zwischen Normen und Kreativität zu beschäftigen, um die gegenseitigen Einflüsse besser zu erfassen. Das Interesse daran resultiert aus unserem beruflichen wie privaten Alltag, in dem unsere Umgebung durch Normen beengt und die Kreativität immer mehr verplant wird.
In kreativen Berufen ist der Begriff der Normierung umstritten. Sie wird in der Tat oft als Zwang empfunden, der uns nervt und begrenzt. Andererseits helfen Normen jedoch, unsere Arbeit zielgerichtet zu erledigen. Eine Debatte über die Beziehung dieser beiden Elemente zueinander gäbe die Möglichkeit, die einfache Kritik zu überwinden und den treibenden Mechanismen inerhalb dieses Grundwiderspruchs nachzugehen. Mögliche Themen könnten sein:- die Rolle der Normierung bei Bau und Industrialisierung in der Architektur: Vereinfachung der Prozesse, Einsparung, «Demokratisierung der Produkte», genormte Bauteile;
- Führt die Normierung zwangsläufig zur Uniformität?
- Normen bilden die Standard-Vorlösung gewisser Probleme, womit ein Zeit-gewinn im freien Prozess der Kreativität entstehen kann. Ist das immer so?
- Was ist die Rolle des Gestalters in einer Welt, die normierter, gesicherter und kontrollierter wird? Wo liegt seine Handelsfreiheit?
- Die Zunahme der Normen führt zu sich widersprechenden Regelwerken. Ist das eine Chance? Stellt sie eine Möglichkeit dar, die Freiheit zu ergreifen, oder ist sie ein zusätzliches Hindernis, welches den kreativen Prozess blockiert?
- Können Normen die Quelle von Kreativität sein?
- Wie äussern sich Normierung und Standard in künstlerischen Berufen?
- Welche Herausforderungen bringen Normen mit sich?
- Warum gibt es so viele Normen?
- Wer hat einen Vorteil davon?
- Warum gibt es so viel Bedürfnis nach Sicherheit?
&: ROBERT & DURRER
Das Gewerbemuseum Winterthur setzt seine 2009 initiierte Reihe &: fort, in welcher der kreative Dialog von Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen der visuellen Kommunikation und des Design beleuchtet wird. Im Mittelpunkt steht diesmal das Schaffen der visuellen Gestalter ROBERT & DURRER.
Weitere Informationen über Führungen, Öffnungszeiten etc. finden Sie im pdf und www.gewerbemuseum.ch.
Datum: 27. August 2011 - 16:00 - 23. Oktober 2011 - 16:00 Veranstalter:
Gewerbemuseum
Ort:
Winterthur
Adresse:Kirchplatz 4
CH-8400 Winterthur
Telefon +41 (0)52 267 51 36
e-mail gewerbemuseum(at)win.ch
BASEL TICKT ANDERS
Eine Stadterkundung um Bekanntes mit anderen Augen zu sehen: Basels historische Talstadt ist eine Gründerzeitcity mit Altstadtflair, gezeichnet von Verkehrsmassnahmen der Moderne.
Führung: Dr. Roland Zaugg
anschliessend Apéro
Datum: 28. August 2011 - 14:15 Veranstalter:SWB Ortsgruppe Basel
Ort:Claraplatz, Basel, beim Kiosk/Tramhaltestelle
«horizonte:» Studio Mumbai im Sitterwerk, St. Gallen (24.8.2011)
Der Schweizerische Werkbund und das Haus der Farbe laden zu ihrer nächsten «horizonte»-Veranstaltung im Sitterwerk St. Gallen ein.
Ueli Vogt von der SWB-Ortsgruppe Ostschweiz wird am 24. August 2011 durch die Ausstellung «Studio Mumbai» führen.
Details entnehmen Sie bitte dem angefügten PDF.
Datum: 24. August 2011 - 18:00 Veranstalter:
Schweizerischer Werkbund SWB und Haus der Farbe www.hausderfarbe.ch
Adresse:Lageplan und Informationen zur Anfahrt: www.sitterwerk.ch und Einladungskarte
Studio Mumbai, eine Ausstellung im Sitterwerk.
Erstmals widmen sich Sitterwerk St.Gallen und vai– Vorarlberger Architektur Institut gemeinsam einem Thema: der Arbeitsweise und dem Werk von Studio Mumbai, Indien.
Die Ausstellung im Sitterwerk zeigt das materialbezogene «earning through making», im Vorarlberger Architektur Institut rückt die Symbiose von Handwerk, Architektur und Ort in den Fokus.
Detailliertes Programm siehe PDF, Aktualisierungen entnehmen Sie bitte den Websites www.sitterwerk.ch und www.vai.at.
Der SWB widmet seine nächste «horizonte:»-Veranstaltung dieser Ausstellung, weitere Informationen folgen in Kürze an dieser Stelle.
Datum: 28. Juni 2011 - 0:00 - 28. August 2011 - 0:00 Veranstalter:Werkstoffarchiv Sitterwerk St.Gallen
vai Vorarlberger Architektur Institut
Aktualisierungen entnehmen Sie bitte den Websites www.sitterwerk.ch und www.vai.at.
Ort:Werkstoffarchiv Sitterwerk St.Gallen
Adresse:Sittertalstrasse 34, CH 9014 St.Gallen
Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–17 Uhr, So 14–18 Uhr und nach Vereinbarung: +41 71 278 87 09
SEIT DEM 18. JULI 2011 GIBT ES DEN WERKBUND ITALIA!
Toskanischer kann man sich den Gründungs-Ort kaum vorstellen: unterhalb der Bergzunge, auf der die Stadt Anghiari östlich von Arezzo liegt, in der Ebene des Tiber, vor dem Gebirge des Appennin, in einer mittelalterlichen Mühle, dem weit ausgebreiteten Atelier eines Bildhauers. Nach etlichen Vorgesprächen und zwei Vorkonferenzen am 12. Juni und 10. Juli ist hier am 18. Juli der «Werkbund Italia» gegründet worden.
Die Gründungsfamilie ist ein Kreis von über 20 Personen vieler Berufe: vom Gärtner zum Hochschullehrer für Landschaftsgestaltung, Architekten, Stadtplaner, Unternehmer, Künstler, Schriftsteller, Journalisten, Lehrer, Museumsdirektor.
Wie es zur Toscana gehört, ist die Zusammenkunft im mediterranen Sommer ein «convivium» - wie in einem Film von Fellini oder Renoir auf einer Wiese unter einem weit ausgebreiteten Ölbaum - mit exzellentem Essen, gutem Wein, langen Gesprächen und Diskussion im kühlen Schatten unter den Gewölben der Mühle. Die Mitglieder verstehen die Werkbund-Gründung auch als ein gesellschaftliches Aufbruch-Signal am Ende der lähmenden Berlusconi-Ära.
Werkbund Italia ist erreichbar unter werkbunditalia@hotmail.it
Werkbrief 2011-II
Der zweite «Werkbrief» dieses Jahres informiert Sie über zwei Anlässe:
Werkbund-Versammlung in Weil am Rhein (D)Neben den statutarischen Pflichten bot das Vitra-Gelände ein reichhaltiges Ansichtsprogramm, unter anderem die Ausstellung «Frank O. Gehry since 1997» und die Besichtigungen der spektakulären Bauten, also des Feuerwehr- hauses von Zaha Hadid, des Buckminster Fuller Dome und des Vitra-Konferenzpavillons von Tadao Ando.
Echo-Werkbund-Tag im Kloster Schönthal, LangenbruckEcho, das Jahresthema des SWB für das Jahr 2011, wurde in der Nähe des basellandschaftlichen Langenbruck im Kloster Schönthal zelebriert. Das ehemalige Benediktinerinnen- und Serviten-Kloster war ein stimmungsvoller Ort für die Vorträge des Tages, die sich dem Echo-Thema auf unterschiedliche Weise näherten. John Schmid, der Betreiber des Skulpturenparks Schönthal, und seine Crew hatten auch kulinarisch dafür gesorgt, dass die Errungenschaften einer Kloster-Küche ihren Weg in die Gegenwart fanden.
«Zur Geschichte des Schweizerischen Werkbunds SWB»
Von Leonhard Fünfschilling
Der Schweizerische Werkbund (SWB) umfasst acht Ortsgruppen und zählt zur Zeit rund 900 Mitglieder, die vornehmlich gestalterischen Berufen angehören. Den SWB gibt es seit bald 100 Jahren. Über ihn zu sprechen, heisst deshalb auch danach zu fragen, wie er entstanden ist und wie er sich entwickelt hat.
Ein Teil der Ideen und Motive, die 1907 zur Gründung des Deutschen Werkbundes (DWB) und sechs Jahre später des SWB geführt haben, reichen bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. Sie hatten mit der Frage zu tun, wie im Zeitalter der industriellen Produktion die alltäglichen Gegenstände bis hin zur Architektur zu gestalten seien. Dahinter stand das Erschrecken über den «Kulturzerfall», den die Industrie in den Augen der kritischen Zeitgenossen auf dem Gebiet der Gestaltung bewirkte. Gemeint war damit die eklektizistische Art und Weise, wie sich die damaligen Gestalter industrieller Produkte im Zeichen des Historismus der Formen bedienten, welche die Kulturgeschichte als Vorlagen bereit hielt. Mit anderen Worten: Die Industrie applizierte den maschinell hergestellten Gegenständen an Formen, was dem vorherrschenden Zeitgeschmack entsprach und sich verkaufen liess. Diese Haltung ist ja auch dem Industrial Design von heute nicht fremd, doch inzwischen liegt eine erfahrungsreiche Geschichte hinter uns, in der sich Industrie und Gesellschaft aneinander gerieben und weiter entwickelt haben.